Am 28. Januar 1881 bestätigten 71 Mitglieder mit ihrer Unterschrift die Gründung der Freiwilligen Feuerwehr Klein-Auheim. Damals lebten etwa 1700 Einwohner in Klein-Auheim. Da diese Gründung eine ernste Angelegenheit war, wurde der Kreisbrandinspektor A. Weil aus Offenbach am Main in das Gasthaus „Zum Engel“ (Langgasse, heute Mainzer Straße) eingeladen.
An vielen Orten nahmen die Turnvereine die Aufgaben des Feuerschutzes wahr, bevor die Freiwilligen Feuerwehren gegründet wurden. Dies war auch kurzzeitig in Klein-Auheim so gewesen.
Die Entstehung einer Feuerwehr bedarf auch der Unterstützung der Gemeinde, diese blieb aber weitgehend aus. Das ist aus jetziger Sicht schwer nachzuvollziehen.
Es ist heute für jeden Verein schwierig, Mitbürger zu finden, die einen Verein führen oder in ihm Verantwortung übernehmen wollen.
Vor 125 Jahren gab es offensichtlich mehrere Interessenten für das Amt des 1. Kommandanten, weil auch der Stellenwert eines solchen „Amtes“ in der Wilhelminischen Gesellschaft ungleich höher war als heute.
Dem Sachverstand des damaligen Kreisbrandinspektors A. Weil ist die Gründung der Freiwilligen Feuerwehr Klein-Auheim zu verdanken. Ihm ist es offensichtlich gelungen, die zerstrittenen Interessenten von der Sache zu überzeugen und persönliche Angelegenheiten zurück zu stellen.
Die Wahl des 1. Vorstandes in der Geschichte des Vereins brachte folgendes Ergebnis:
1. Kommandant: Christoph Ehatt I, Zimmermeister
2. Kommandant: Johann Kemmerer, Maurermeister
3. Kassierer: Johann Möllinger, Fabrikdirektor
Die Wahl zur Mannschaft:
1. Steiger, als Führer Jakob Heck, Stellvertr. Leonard Bauer
2. Ordnungsmannschaft, als Führer Georg Metz, Stellvertr. Adam Hinkelbein I.
3. Spritzenmannschaft, als Führer Matthäus Adam, Stellvertr. Joh. Jos. Winter
4. Schlauchhalter, als Führer Franz Como, als Stellvertr. Peter K. Heinzinger
71 Mitglieder - eine ungewöhnlich hohe Zahl - bestätigten mit ihrer Unterschrift die Gründung der Freiwilligen Feuerwehr. Die Mitgliederzahl überrascht auch deswegen, weil jedes Mitglied von Anfang an wusste, dass man bei der Freiwilligen Feuerwehr nicht einem Hobby nachgehen konnte, sondern selbstlose und verantwortungsbewusste Arbeit im Dienste des Nächsten zu leisten hatte.
Zur Würdigung dieser Männer halten wir es für angebracht, ihre Namen aufzuführen.
| 1. Ehatt,Christoph | 19. Heuser, Peter | 37. Kemmerer, Michael II. | 55. Kern, Adam 1. |
| 2.Kemmerer, Johann | 20. Heng, Karl 1. | 38. Kemmerer, Andreas | 56. Klein, Johann |
| 3 Möllinger, H. | 21. Heinzinger, Ignatz | 39. Como, Franz | 57. Klein, Adam IV. |
| 4. Adam, Matthäus | 22. Herberz, Peter Jos. | 40. Kern, Michael | 58. Kern, Peter Josef |
| 5. Adam, Josef | 23. Heinzinger, Kaspar | 41. Lenz, Johann | 59. Winter, Johann VIII. |
| 6. Bauer, Heinrich. Adam | 24. Hinkelbein, Adam 1. | 42. Lommel, Peter | 60. Lenz, Jakob |
| 7. Bauer, Josef Adam | 25. Heller, Peter 1 | 43. Möser, Peter | 61. Littmann, Karl |
| 8. Bauer, Frz. Leonard | 26. Heck, Jakob II. | 44. Metz, Georg | 62. Lenz, Peter Anton |
| 9. Bauer, Johann III | 27. Heck, Johann Wilhelm | 45. Rachor, Sebastian | 63. Schroth, Johannes |
| 10. Bauer, Peter Anton | 28. Jung, Johann | 46. Schroth, Heinrich | 64. Mohr, Karl |
| 11. Bauer, Leonard III. | 29. Jäger, Adam | 47. Schroth, Martin | 65. Bergmann, Johann Josef |
| 12. Dieser, Kaspar | 30. Kemmerer, Johann Josef | 48. Schroth, lgnatz | 66. Winter, Melchior |
| 13. Eckrich, Jakob 1. | 31. Kemmerer, Adam 1. | 49. Schroth, Michael | 67. Heuser, Adam |
| 14. Dieser, Adam | 32. Kemmerer, Adam Josef | 50. Winter, Johann Gg. | 68. Eckrich, Andreas III. |
| 15. Gieles, Peter | 33. Kemmerer, Anton Peter II. | 51. Winter, Kaspar | 69. Jähnichen, Moritz |
| 16. Goy, Peter Anton | 34. Kemmerer, Sebastian | 52. Winter, Kaspar Josef | 70. Ruppert, August |
| 17. Heuser, Ferdinand | 35. Kemmerer, Johann Peter II. | 53. Winter, Daniel | 71. Schroth, Anton 1. |
| 18. Heuser, Johann | 36. Kemmerer, Michael | 54. Winter, Johann Franz |
Wie schon erwähnt, zeigte die Gemeinde kein sonderliches Interesse an der Fortentwicklung der neu gegründeten Freiwilligen Feuerwehr.
So schritt man zur wirksamen Selbsthilfe, es wurde nicht nur ein Teil der Freizeit, sondern auch Geld geopfert. Der wöchentliche Beitrag wurde auf zehn Reichspfennige festgelegt.
Dieser Beitrag, der uns heute geradezu lächerlich vorkommt, muss aber in Relation zur Kaufkraft und zum Verdienst in der damaligen Zeit gesehen werden.
Wie viel Wert ein Zehnpfennigstück damals besaß, lässt sich vielleicht daraus ersehen, dass die Kopfbedeckung, die aus einer schwarzen Stoffmütze mit Lederschild und einem starken Sturmband bestand, 1,90 Reichsmark kostete. Für einen Wochenbeitrag konnte sich die Freiwillige Feuerwehr damals vier solcher Kopfbedeckungen leisten.
Mit dem eingenommenen Geld, für dessen Eingang das Kommando verantwortlich war, wurden in erster Linie Uniformen angeschafft.
Glücklicherweise blieb die Wehr für sechseinhalb Jahre von größeren Katastrophen verschont. Es galt, sich nun ohne Zeitdruck solide auf die eigentliche Aufgabe vorzubereiten.
Die Wehr gliederte sich in vier Mannschaften auf. Dies waren:
1. Die Steigermannschaft – sie hatte die Aufgabe der eigentlichen Brandbekämpfung vor Ort. Sie war dafür verantwortlich, wenn irgend möglich, Menschen und Wertgegenstände zu retten.
2. Die Spritzenmannschaft - sie musste die Wasserversorgung sicherstellen. Unterstützt wurde sie dabei von den Wasserfahrern, welche nicht unbedingt der Freiwilligen Feuerwehr angehören mussten.
Jeder Einwohner, sofern er ein Pferde- oder Kuhfuhrwerk besaß, war verpflichtet, bei der Brandbekämpfung mitzuhelfen.
Aus Feuerlöschteichen, die später in jedem Dorf angelegt werden mussten, und Feuerlöschbrunnen wurde das Wasser in Jauchefässern an die Brandstelle gefahren. Zeitweise wurde das Löschwasser auch dem Main entnommen. Mit Hilfe von Eimerlöschketten wurde das Löschwasser in die Spritzen befördert. Die trockenen Hanfschläuche aus der Gründerzeit verloren bis zum Quellmoment jedoch sehr viel Löschwasser.
Der Brunnen vor der ehemaligen Metzgerei Ochs (Nähe ehem. Rathaus) führte damals noch reichlich Wasser. Die Brunnen bei der ehemaligen Metzgerei Krämer (heute Pamukkale Kebab) und in der Nähe des Pfarrhauses waren ständig trocken.
Erst im Jahre 1937 wurde die Wasserleitung in Klein-Auheim in Betrieb genommen und löste weitgehend das Problem der Wasserversorgung.
3. Die Ordnungsmannschaft hatte den nötigen Bewegungsraum zu sichern.
4. Die Schlauchhaltermannschaft sorgte für schnellen Ersatz, wenn beim Löschen ein Schlauch platzte.
Eine verordnete Brandvorsorge war damals weithin unbekannt, dies förderte aber die Bereitschaft der Bürger zur Mithilfe bei der Brandbekämpfung.
Heiratete ein junger Mann in eine fremde Gemeinde, wurde er erst dann vollwertiges Mitglied der Ortsgemeinschaft, wenn er zuvor seinen „Feuereimer“ bezahlt hatte, ein für die Lösch- oder Eimerkette wichtiges Hilfsmittel, um das Löschwasser zu transportieren.
Das waren die wehrtechnischen Voraussetzungen an jenem für Klein-Auheim so schicksalsschweren heißen Hochsommertag, am 10. August des Jahres 1887.
Die erste Prüfung für die Klein-Auheimer Feuerwehr sollte zugleich auch für Jahrzehnte die schwerste sein. Das Dorf lag wie ausgestorben in der brütenden Sonne, weil ein Großteil der Bevölkerung mit Erntearbeiten auf dem Feld beschäftigt war. Diese ländlich friedliche Stille wurde jäh durch Sturmgeläut der Kirchenglocken und durch den furchterregenden Anblick mächtiger Rauchwolken unterbrochen. So eilig man auch das Feld verließ, man musste fast tatenlos zusehen, wie 22 Wohnhäuser und 16 Scheunen, die zum Teil mit Erntegut gefüllt waren, dem Großbrand zum Opfer fielen. Die heimkehrenden Erntearbeiter hatten alles verloren bis auf die Kleider, die sie auf dem Leibe trugen.
Diese Katastrophe lässt sich aus heutiger Sicht kaum nachvollziehen. Bei 22 Wohnhäusern war nahe zu die halbe Gemeinde obdachlos. Alles, was zur damaligen Zeit lebensnotwendig war, Kühe, Pferde, Schweine, Lebensmittelvorräte, Speisekammern, Geld, Fuhrwerke und Kleidung waren Beute der Flammen. Noch schmerzlicher war der Tod eines zweijährigen Kindes, das in den Flammen starb.
Brandursache: Spielende Kinder hatten ein „Feuerchen“ gemacht, daraus entstand ein Großfeuer, das die gesamte Hintergasse (Mühlfeld) vernichtete, auch ein Teil der Langgasse (Mainzer Straße) wurde in Mitleidenschaft gezogen.
Der Feuerschutz bestand damals auch in der rechtzeitigen Warnung, weswegen dem „Feuerbläser“ eine große Bedeutung zukam
Dass die Feuerwehr auch Freude bereiten kann, bewies sie mit der Gründung einer Feuerwehrkapelle, die bereits im Jahre 1887 öffentlich auftrat. Diese Kapelle machte die Klein-Auheimer und ihre Feuerwehr über die Grenzen der Heimatgemeinde hinaus bekannt.
Bedingt durch die Wirren des zweiten Weltkrieges, musste die Kapelle vorübergehend aufgelöst werden. Den beiden Kommandanten Jakob Bergmann und Wilhelm Ott ist es zu danken, dass die Kapelle im Jahre 1947 wieder gegründet werden konnte.
Viele Jahre waren Feste der Ortsvereine, das Waldfest der Feuerwehr, Prozessionen und andere feierliche Anlässe ohne die Kapelle der Freiwilligen Feuerwehr in Klein-Auheim nicht denkbar. Das Auflösen der Kapelle im Jahre 1970 gehört zu den bedauerlichen Erscheinungen der Vereinsgeschichte.
Im Jahre 1895 wurde durch eine Stiftung des Freistaates Hessen-Darmstadt die Anschaffung einer modernen Saug- und Druckspitze möglich. Diese Spritze konnte durch ein Bespannfahrzeug fortbewegt werden. In den Gründerjahren hatte sich der Gerätepark auf eine freistehende Leiter, die durch zwei Holmen gestützt wurde, eine Kübelspritze, eine Druckspritze und einiges Schlauchmaterial beschränkt.
Leider ist nicht bekannt, wie viele Löscheinsätze die Klein-Auheimer Feuerwehr von 1887 bis 1912 zu bestehen hatte; wir wissen auch nicht, welcher Art sie gewesen sind.
Im Jahre 1910 löste Peter Kemmerer Christoph Ehatt (den Älteren) im Amt des 1. Kommandanten ab. Von 1910 bis 1937 war Christoph Ehatt (der Jüngere) stellvertretende r Kommandant, von 1937 bis 1942 war er Kommandant. Peter Josef Kemmerer hatte mit seiner Wehr bereites in den zwei Jahren nach seiner Wahl im Jahre 1912 zwei große Bewährungsproben zu bestehen.
Im Frühjahr des Jahres 1912 brach in der Holzmännischen Ziegelfabrik in Hainstadt ein Feuer aus. Nachbarliche Hilfeleistung war selbstverständlich. Heute können wir uns kaum vorstellen, wie schwer es den Männern unter den damaligen Bedingungen gefallen sein muss, möglichst schnell die Brandstelle zu erreichen.
Ein Großfeuer im Herbst des gleichen Jahres in der Hessischen Gummiwaren- Fabrik forderte erneut den ganzen Einsatz der Klein-Auheimer Feuerwehrleute.
Wir müssen glauben, was der Chronist für die 100jährige Festschrift festgehalten hat, denn ältere Aufzeichnungen sind leider nicht mehr vorhanden.
So heißt es da:
Im letzten Protokoll vor dem 1. Weltkrieg (vom 9. Januar 1914) war jedenfalls von Kriegsstimmung noch nichts zu spüren. Diese Niederschrift berichtete von ganz normaler Vereinstätigkeit. Kein Vereinsmitglied glaubte damals daran, dass dies das letzte Protokoll bis zum 23.2.1919 bleiben sollte. Der Krieg schwächte die Schlagkraft der Feuerwehr und der Feuerschutz lag wohl vorwiegend in den Händen der älteren Mitglieder.
Unter diesen denkbar ungünstigen äußeren Voraussetzungen begann im Jahre 1919 der Wiederaufbau der Feuerwehr Klein-Auheim.
Bei den ersten Wahlen blieb im wesentlichen der Vorkriegsvorstand im Amt.
Kommandant Peter Josef Kemmerer
Stellvertreter Christoph Ehatt
In den Zwanziger Jahren bestand neben der Freiwilligen Feuerwehr nach wie vor eine Pflichtfeuerwehr. Diesen jungen Leuten wurde Unterricht im Feuerlöschwesen erteilt und sie mussten viermal im Jahr an praktischen Übungen teilnehmen.
Ihren ersten Großeinsatz hatten sie 1921 beim Brand der Zigarrenfabrik Gebrüder Bernhard in Steinheim, nachbarliche Löschhilfe leisteten sie bei einem Brand in Klein-Krotzenburg am 8.12.1924.
In den späten Abendstunden des Kirchweihsonntags waren gegen 22.00 Uhr zwei Wohnhäuser in Brand geraten, es wurden unter Einsatz des eigenen Lebens zwei ältere Personen aus dem Flammenmeer gerettet.
Den letzten Großeinsatz für eine Reihe von Jahren hatte die Wehr beim Großbrand der Zigarrenfabrik Heidelberger und Söhne im Frühjahr 1927.
Die Wirksamkeit der Brandbekämpfung wurde im Jahre 1932 durch die Anschaffung einer tragbaren Motorspritze mit der Nennförderleistung von 800 Liter Wasser in der Minute (TS 8) entscheidend gestärkt.
Um in dem technischen Zeitwandel, der auch bei der Feuerwehr stattfand, bestehen zu können, mussten die Wehrmänner all ihre Fähigkeiten und Geschicklichkeiten einbringen.
Die Wartung und Reparatur (Fahrzeuge, Pumpen, Leitern) und die Gewährleistung der ständigen Einsatzbereitschaft für alle Gerätschaften gehören heute noch zu den verantwortungsvollsten Tätigkeiten im Feuerwehrdienst.
Der erste uns bekannte Gerätewart war Josef Kern.
Kamerad Kern zog in das neue Feuerwehrhaus ein und musste 1945 auf Veranlassung der Alliierten ausziehen. Sein Nachfolger nach dem Kriege wurde Kurt Siebenhüner, später wurde Willy Dick als zweiter Gerätewart dazu gewählt.
Durch die fortschreitende Industrialisierung unserer Gemeinde (Hessische Gummiwaren Fabrik, Brüder-Bauer Werke, Druckerei Illert, Hessische Draht- und Metallwerke und eine große Zahl Handwerksbetriebe - die Einwohnerzahl expandierte) wurde es notwendig, auch den Brandschutz zu verbessern. Mit der Anschaffung des Löschfahrzeugs LF 15 und der Drehleiter DL 22 erhielten wir schon früh zwei moderne Einsatzfahrzeuge.
Weitere gut gebrauchte Fahrzeuge (finanziert aus Vereinsmitteln, Spenden der Handwerksbetriebe und der Geschäfte der Gemeinde) folgten. Um- und Ausbauten wurden immer in kameradschaftlicher Zusammenarbeit ausgeführt, eine Eigenschaft unserer Feuerwehr, die sich bis heute in vorbildlicher Weise erhalten hat. Aus der ersten gemeinsamen Aufbauzeit hat sich ein Spruch erhalten:
„Gefällt dein Heim dir noch so sehr, schön ist’s auch bei der Feuerwehr.“
Nach Beendigung der Dienstzeit der Kameraden Siebenhüner und Dick wählte die Mannschaft Edgar Grün zum neuen Gerätewart. Er wurde an der Landes-Feuerwehrschule in Kassel als Gerätewart ausgebildet und führte die übernommenen Aufgaben sehr gewissenhaft aus. Sein Nachfolger wurde Norbert Eckhardt (beruflich bei der Feuerwehr am Flughafen Frankfurt am Main), der seine Kenntnisse und Erfahrungen vorbildlich einbrachte.
Mit der Machtergreifung im Jahre 1933 durch Adolf Hitler endete in Deutschland der demokratische Rechtsstaat und damit auch schlagartig das örtliche Vereinsleben. Es begann der totale Herrschaftsanspruch der neuen Machthaber.
Durch das politische Programm des neuen Regimes kam der Feuerwehr eine völlig andere Bedeutung zu als bisher.
Bereits im Jahre 1933 wurde eine neue Exerziervorschrift erlassen, die Partei hatte das Sagen und war selbst bei Versammlungen anwesend.
Auch bei festlichen Anlässen beanspruchte die Partei ihren finanziellen Anteil.
Im Zuge der Gleichschaltung und der neuen Aufgabenstellung wurde die Wehr ein Teil der Polizei und als Feuerlöschpolizei amtlich geführt. Gesetze und Anordnungen der Partei wurden erlassen.
Der Chronist:
Mochten noch so viele äußerliche Veränderungen eingetreten sein, die Wehr hielt nach wie vor an ihrer eigentlichen Aufgabe des Helfens unverrückbar fest.
Nach den bisherigen Anschaffungen wurden die Löscheinsätze auch durch ein fehlendes Gerätehaus erschwert. Die Löschgeräte mussten an drei verschiedenen Stellen untergebracht werden. Die Motorspitze befand sich in einer Halle der Hessischen Gummiwaren Fabrik (Gummi-Peter). Die freistehende Leiter stand in einem Gebäude am alten Rathaus an der Rathausstraße/Ecke Langgasse (Mainzer Straße). Alle sonstigen Gerätschaften wurden in der früheren Polizeistation (jetzt Vereinsheim der Schützen) an der Schulstraße untergebracht.
Auf Grund der langjährigen guten Erfahrungen mit der Arbeit der Freiwilligen Feuerwehr sah die Gemeinde die Notwendigkeit eines Feuerwehrhauses ein. Nach dem Erwerb des Geländes an der Seligenstädter Straße wurde in den Jahren 1935 und 1936 der Bau eines Feuerwehrgerätehauses ernsthaft begonnen. Innerhalb von zwei Jahren entstand dort ein Gerätehaus mit drei Geräteboxen, einem Schlauchturm, einer Wohnung für den Gerätewart, sowie einem Unterrichtsraum. Es war ein für die damalige Zeit sehr modernes Gebäude.
Am 24. Januar.1937 brach in der Obergasse ein Großbrand aus – drei Scheunen (Jung, Bareiter, und Bauer) standen nachts in hellen Flammen.
Im gleichen Jahr noch wechselte die Führung. Nach einer noch bis heute gültigen Regelung (jeder Aktive muss mit dem 60. Lebensjahr aus dem aktiven Dienst ausscheiden), musste auch der langjährige erste Kommandant Peter Josef Kemmerer zurücktreten. Der langjährige Stellvertreter Christoph Ehatt wurde zum Kommandanten gewählt und führte die Wehr bis zum Jahre 1942. Zu seinem Stellvertreter wurde im Jahre 1937 der Löschmeister Jakob Bergmann gewählt.
Im Rahmen einer Großübung wurde am 8. Juli 1938 das neue Gerätehaus übergeben. Zu dieser Gelegenheit erhielt die Wehr eine Ganzstahl-Magirus-Leiter, die die alte Holzleiter ablöste. Aber es fehlte noch ein brauchbares Fahrzeug. Durch die Vermittlung des damaligen 1. Kommandanten Chr. Ehatt erstand der Verein einen gut erhaltenen PKW.
In der Schmiede des Valentin Andreas Wolf wurde von dessen Sohn Ludwig dieses Fahrzeug verlängert und zu einem Gruppenfahrzeug umgerüstet. Auch ein Nassschlauch-Transportfahrzeug wurde konstruiert. Das Fahrzeug bestand aus einem einfachen Rohrrahmen mit einer Maschendrahtbespannung auf einem fahrbaren Unterteil. Die damals meist verwendeten Rohhanfschläuche konnten so nicht so schnell brüchig werden.
Im Dezember 1939 wurde der stellvertretende Leiter der Feuerwehr Jakob Bergmann zur Wehrmacht einberufen. Zum stellvertretenden Kommandanten wurde Wilhelm Ott gewählt, der bis 1947 diese Funktion wahrnahm.
Im Jahre 1942 nach der Amtsniederlegung von Christoph Ehatt fungierte als Kommissarischer Leiter der Wehr Löschmeister Heinrich Jäger. Ihm zur Seite stand, wie bereits erwähnt, der Löschmeister Wilhelm Ott als Stellvertreter.
Beim Brand des Hofes von Bauer Jähnichen (1942) gelang es trotz erheblichen Löschwassermangels, den gesamten Viehbestand bis auf zwei Schweine zu retten.
Zwei Großbrände noch im gleichen Jahr (13.02. Scheunenbrand bei Jakob Bergmann in der Hintergasse und 29.04. Großbrand der Vereinigten Metallwerke Grossauheim) forderten den vollen Einsatz der Wehr.
1943 – während des Krieges
Die Bombenangriffe der Alliierten versetzten die Bevölkerung in Angst und Schrecken. Diese Kriegsjahre müssen als die schwersten Jahre auch für Klein-Auheims Feuerwehr angesehen werden. Im industriellen Ballungsgebiet Rhein-Main häuften sich die Einsätze. Die Einsatzfahrten dehnten sich bis nach Frankfurt, Offenbach oder gar bis Darmstadt aus, hinzu kam der Feuerschutz für die Heimatgemeinde. Zu all diesen mühseligen und aufopfernden Arbeiten kamen noch kriegsbedingte Erschwernisse. So konnte ein Teil des Gerätehauses nicht benutzt werden, weil eine Flakeinheit dort Quartier bezogen hatte.
Am 8. Mai 1945 schwiegen endlich die Waffen.
Der Krieg hatte die Organisationsformen von Vereinen und Verbänden nahezu ausgelöscht. Knapp zwei Jahre später diktierten die Alliierten ihre Bedingungen. Der Anfang nach dem Krieg war unsagbar schwer. Heimatvertriebene trafen ein, ihr Gepäck wurde in den Geräte- bzw. Fahrzeughallen der Freiwilligen Feuerwehr untergestellt. Die Geräte der Feuerwehr, ohne die man nicht neu beginnen konnte, standen damals notdürftig abgedeckt im Freien, der Hof des Feuerwehrhauses diente als Lagerplatz einer amerikanischen Einheit, der Lehrsaal wurde zu ihrem Verwaltungsraum. Vereinswichtige Dokumente sind durch die zweckentfremdete Benutzung des Feuerwehrhauses verloren gegangen.
Im Herbst 1946 berief der damalige kommissarische Wehrführer Heinrich Jäger eine Sitzung ein. Eingeladen waren die Kameraden Wilhelm Ott, Philipp Spitzenberg, Jakob Bergmann, Johann Neudecker, Karl Weber und Engelbert Ehatt, die auch schon vor dem Krieg verantwortlich im Verein mitgewirkt hatten.
Die Tagesordnung bestand aus zwei Punkten: Wiederbeginn der Freiwilligen Feuerwehr - Kommando – Frage.
Es konnte keine ordnungsgemäße Wahl stattfinden, da es noch keine Mitglieder gab.
Das Kommando wurde wie folgt festgelegt: 1. Kommandant: Heinrich Jäger 2. Kommandant: Jakob Bergmann Schriftführer: Josef Spitzenberg
Kassierer: Johann Neudecker Beisitzer: Wilhelm Ott, Philipp Spitzenberg, Leo Grünewald, Engelbert Ehatt, Peter Gunkel und Karl Weber
Völlig überraschend wurde dieses so bestimmte Kommando am 24.10.1946 zum Bürgermeisteramt geladen – mit Ausnahme des 1. Kommandanten Heinrich Jäger. Bürgermeister Winter begann die Sitzung mit der Mitteilung, dass Heinrich Jäger von seinem Amt zurückgetreten sei. Das Kommando stand vor einer völlig neuen Situation. Danach wurde zum ersten Kommandanten Jakob Bergmann berufen, Wilhelm Ott nahm die Stelle des 2. Kommandanten ein. Sonst blieb es bei der zuvor gebildeten Besetzung. Eine Umfrageaktion erbrachte, dass alle ehemaligen Kameraden bereit waren, einer neu aufgestellten Wehr beizutreten.
In der ersten Vereinsversammlung nach dem Krieg, am 19. Januar 1947 im kleinen Kaisersaal, bestätigten 50 Mitglieder durch Wahl das Kommando.
Am 14. Juni 1948 waren die Mannschaft und die Führung der Freiwilligen Feuerwehr bereits so gefestigt, dass eine wirksame Nachbarschaftshilfe beim Brand des Sägewerks Nohl in Steinheim geleistet werden konnte.
Durch Schnelligkeit und Verantwortungsbewusstsein gewann die Feuerwehr nicht nur das Vertrauen der Klein-Auheimer Bürger, sondern darüber hinaus auch die Wertschätzung der gesamten Region. Kurz nach der Währungsreform 1948 konnte sich die Wehr das Löschfahrzeug LF 15 anschaffen. Der Gemeinderat bewilligte die Mittel.
Beim Erweiterungsbau des inzwischen zu klein gewordenen Gerätehauses zeigte sich, wie stark mittlerweile die kameradschaftlichen Bindungen geworden waren und wie gefestigt die Wehr insgesamt da stand. Die gesamten Erdarbeiten führte die Freiwillige Feuerwehr durch, wobei zu beachten ist, dass diese ganze Arbeit von Hand erbracht werden musste. Befragt man ältere Feuerwehrleute nach ihrer schönsten Zeit, so hört man immer wieder, dass es die Jahre zwischen 1947 und 1952 gewesen seien.
1952 führte die Freiwillige Feuerwehr Klein-Auheim das Waldfest ein.
Alljährlich am Pfingstmontag nach der Frühmesse sah man ganze Volksstämme zum Waldfest pilgern und das alles bei meist strahlendem Sonnenschein. Vielleicht sollten wir uns an dieser Stelle bei Willi Ott bedanken, dem beim Kartoffelhacken auf dem Acker die Idee für dieses Waldfest kam. Aus seinen eigenen Erzählungen wissen wir, dass er damals die Hacke beiseite legte, sich spontan mit Jakob Bergmann traf und so das Waldfest seinen Anfang nahm.
Auch Engelbert Horn war ein Mann der ersten Stunde, der damals beim Waldfest den Einzelverkauf durch den „Körbchenverkauf“ ersetzte und wesentlich zu einer Rationalisierung des Biergeschäftes beitrug.
1990 befasste sich der Vereinsvorstand mit der Reform des Waldfestes, zusätzliche Anschaffungen waren zu tätigen, zum Beispiel wurden neue Gläser angeschafft. Befreundete Feuerwehr-Vereine wurden angesprochen und unterstützten die Wehr mit Dienstleistungen beim Waldfest.
Das Waldfest nahm immer größere Ausmaße an. Neue Hygienevorschriften und ein erhöhter Platzbedarf veranlassten den Verein 1994 zum Bau eines Wurststandes in Metallbauweise. Insbesondere Kamerad Thomas Ladwig, der auch lange den Waldfestausschuss leitete, arbeitete hier mit und konnte andere zu dieser Arbeitsleistung motivieren.
1995 war das Fest vollständig verregnet. Der Waldfestplatz war völlig verschlammt. Kurzfristig wurde umdisponiert und das Fest fand im Hof des Gerätehauses statt.
Die Klein-Auheimer Bürger nahmen diesen Umstand so an. Finanzieller Schaden konnte verhindert werden. Das Waldfest „ohne Wald“ bleibt in unserer Vereinsgeschichte erhalten.
Ab dieser Zeit wurde das Zwei-Tage-Waldfest eingeführt. Es begann Pfingstsonntag am Nachmittag mit Kaffee und Kuchen.
Am Abend fand ein Open-Air-Konzert statt und der Pfingstmontag blieb dem Traditions-Waldfest bei zünftiger Blasmusik erhalten. Somit rentierte sich der Mehraufwand für Zelte, Bühne und sonstige Auflagen.
Wir halten es für sinnvoll, die Einsätze vom Jahre 1953 bis zum heutigen Jubiläum in chronologischer Folge darzustellen, weil wir damit am ehesten einen Gesamtüberblick geben können.
Erwähnt seien hier nur die größeren Einsätze:1953Eine Überschwemmung im Odenwald forderte den Einsatz der Klein-Auheimer Wehr in Nachbarschaftshilfe bei Tag und Nacht.1957Das Amerikanische Depot in Grossauheim stand lichterloh in Flammen. Die Klein-Auheimer Wehr half nach Kräften.1963Hilfeleistung beim Großbrand bei der BBC in Grossauheim1966Großbrand Druckerei Schließmann in Klein-Krotzenburg - Gefahren-Schwerpunkt war ein Gaskessel, auf den die Flammen überzugreifen drohten.1971Ein Sattelschlepper, beladen mit drei schrottreifen Wagen, brannte auf der Brückenstraße ( Dieselstraße ).1974Öl im Hellenbach - 4 Tage lang bekämpfte die Klein-Auheimer Wehr den Öl-Schaden.Großbrand in den Ostwiesen - die Löschfahrzeuge sanken bis zu den Achsen ein, nur mit Mühe war ein geordneter Löscheinsatz möglich.1975Großbrand in der Hessischen Gummiwaren-Fabrik - die Moltopen- Abteilung wurde zerstört, dank des bedingungslosen Einsatzes konnte das Lager gerettet werden.1975Großbrand der Fa. Dekalin in der Kernstadt Hanau - es kam zu einer Explosion, ein Firmengebäude flog dabei in die Luft.1976Zwei Großbrände zur gleichen Zeit - Waldbrand in Hausen und ein Brand im Schwellenlager der Bundesbahn an der Breslauer Straße in HanauGroßwaldbrand in Lorsch an der Bergstraße - zwei Tage lang war ein Löschfahrzeug aus Klein-Auheim im Löschzug der Stadt Hanau eingesetzt.Großwaldbrand an der B 8 in Grossauheim - wir leisteten nachbarschaftliche Löschhilfe.Ein erneuter Waldbrand an gleicher Stelle erforderte einen zweitägigen Einsatz der Klein-Auheimer Wehr.Großbrand der Fa. Allschu Plastik in Großkrotzenburg - auch hier leistete die Wehr nachbarschaftliche Löschhilfe.Großbrand der Fa. Dunlopillo - zwei Tage lang bekämpfte die Wehr das Feuer.1977Großbrand der Firma König KG in Grossauheim - Lager und Produktionsstätten wurden in Mitleidenschaft gezogen.Auch hier half die Klein-Auheimer Wehr.1978Brand eines Fertighauses (Blum) in der Sudetendeutschen Straße1979Großbrand eines Aussiedlerhofes in Steinheim - die Wehr leistete Nachbarschaftshilfe.1980Großbrand des Wellkistenwerkes der Fa. Sieger in der Kernstadt Hanau - auch hier setzte sich die Klein-Auheimer Wehr selbstlos ein.1982Explosion in einem Fertigungsgebäude der WC Heraeus HanauHochwasser am Main1983Dachstuhlbrand in einer US-Kaserne im Stadtteil Wolfgang1984Großbrand Schloss Philippsruhe Hanau - in dem 274 Jahre alten Gebäudekomplex entstand ein Sachschaden in Millionenhöhe.1985Großbrand von Lager und Fertigung bei Dunlop Hanau1987Kellerbrand Fa. Planol, SteinheimGroßbrand Ausflugslokal „Waldschloss“ - es brannte vollständig aus.1988Verpuffung mit Brand der Salzsäurehalle in der Hessischen Gummiwaren Fabrik Mehrere schwere Verkehrsunfälle im Stadtteil, vier Tote und sechs SchwerverletzteExplosion Degussa Wolfgang, mit GefahrstoffaustrittHunderte Strohballen brannten am Reiterhof EgerFeuer in einer Lagerhalle – Hessische Gummiwaren Fabrik1989Brand Lagerzelte für Rohstoffe – Hessische Gummiwaren Fabrik1990Unwetter im Stadtgebiet mit über 600 Einsatzstellen1991Feuer bei Teppich-Frick Grossauheim - am selben Tag ein großer Waldbrand an der B 45 Nähe ObertshausenExplosion eines Wasserstofftankes im Werk Heraeus Quarz HanauBrand eines Edelmetall Scheidebetriebes, W.C. Heraeus Hanau1992Unwetter im Stadtgebiet - Bäume wurden entwurzelt und Keller liefen voll Wasser.1994Ausfall der Trinkwasserversorgung des Aussiedlerhofes Jähnichen - drei Wochen lang versorgte die Feuerwehr Mensch und Vieh mit dem lebensnotwendigen Wasser. Ein Unwetter im Stadtgebiet erforderte einen dreitägigen Einsatz. Schwerpunkt war das Stadtkrankenhaus, es wurde zum Teil evakuiert.Feuer in den Versorgungskanälen von Sieger Wellpappe Hanau1995Jahrhundert-Hochwasser am Main (Pegel Großkrotzenburg 620) - zwei Wochen war die Feuerwehr tätig.1997Auf Grund baulicher Mängel kam es zum Großbrand der alten Schule in der Schulstraße.Bei einem Arbeitsunfall an der Schleuse Klein-Krotzenburg kamen drei Personen zu Tode, vier weitere konnten durch die im Einsatz befindlichen Feuerwehren gerettet werden.Großbrand in einer Lagerhalle der ehemaligen Firma Illert, die als Autowerkstatt diente1999Nachbarliche Löschhilfe beim Großbrand der Sankt-Wendelinus-Kirche in HainstadtNach einem Unwetter schob sich ein zwei Meter hoher Erdrutsch in den Ortskern von Schöneck-Büdesheim, die Feuerwehr Klein-Auheim half zusammen mit allen Stadtteilwehren beim Beseitigen der Schäden.2001Großbrand einer Lagerhalle bei Dunlop in Hanau2002Hochwasserkatastrophe an der Elbe - die Feuerwehr Klein-Auheim half zusammen mit einem Verband des Main-Kinzig-Kreises in Dessau.2003Hochwasser am Main (Pegel Großkrotzenburg 590) erforderte einen fast zweiwöchigen Einsatz.2004Hunderte Strohballen brannten am Reiterhof Eger am Speckweg.Zu einem Großbrand der Sporthalle in Mühlheim wurden die Wehren Klein-Auheim und Steinheim angefordert.
Spätestens an dieser Stelle wird deutlich, wie vielseitig heute die Einsätze der Freiwilligen Feuerwehr geworden sind. Besonders der Einsatz bei technischen oder chemischen Bränden setzt eine intensive Schulung voraus. Diesen Mühen unterziehen sich die Feuerwehrleute ständig zum Schutz der Bürger. Beharrlichkeit und Verantwortungsbewusstsein waren und sind noch heute die wichtigsten Merkmale der Klein-Auheimer Feuerwehr.
Im Jahre 1967 kam es zu einem Wechsel in der Führung. Kamerad Wilhelm Ott trat nach 26jähriger Tätigkeit in den Ruhestand und auch der erste Kommandant, Jakob Bergmann, musste aus gesundheitlichen Gründen sein Amt niederlegen. An dieser Stelle danken wir diesen beiden Männern, die als zweite Gründer des Vereins gelten und nach dem Zusammenbruch zielstrebig den Wiederaufbau der Wehr anstrebten.
Im Jahre 1967, nach dem Rücktritt des Kameraden Wilhelm Ott, übernahm Christoph Degenhardt das Amt des Zweiten Kommandanten und wurde 1968 zum Ersten Kommandanten gewählt. Oberbrandmeister Arnold Schieron wurde zur gleichen Zeit zum Stellvertreter berufen.
Im Jahre 1973 übernahm Gerhard Wolf die Gesamtleitung des Vereins, weil zum einen Christoph Degenhardt schwer erkrankt war und zum anderen Arnold Schieron aus Altersgründen sein Amt niederlegen musste. Im Mai 1975 verstarb der langjährige Kassierer des Vereins, Johann Neudecker, der maßgeblich am Wiederaufbau nach dem 2. Weltkrieg beteiligt gewesen war.
Die aufkommende Unterhaltungsindustrie und der stärker werdende Freizeitdrang trugen sehr dazu bei, dass sich besonders Jugendliche nur noch zögernd einem Verein anschlossen. Wenn neue Mitglieder aufgenommen werden konnten, dann meist nur, weil der Vater bereits der Feuerwehr angehörte. Wollten wir eine schlagkräftige Wehr bleiben, mussten wir personelle Engpässe vermeiden.
Der leider viel zu früh verstorbene Oberbrandmeister Christoph Degenhardt erkannte diese Probleme und gründete 1962 die Jugendfeuerwehr. Den hier aufgenommenen Jugendlichen wurde nicht nur Zerstreuung in Form von Zeltlagern, Spielen oder sonstigen Vergnügungen geboten, sondern sie erlangten unter fachkundiger Führung feuerwehrtechnische Kenntnisse. „Die Bevölkerung braucht die Wehr und die Wehr braucht nach wie vor junge Menschen, die sich im Dienst der Gemeinschaft engagieren.“
Kamerad Degenhardt begann mit fünf Jugendlichen. Mit viel Idealismus gelang der eigentliche Durchbruch in den Jahren 1966 und 1967, in denen die Jugendwehr auf Gruppenstärke anwuchs. Bereits 1968 war die Jugendgruppe in der Lage, den Kreis-Jugendfeuerwehrtag des Kreises Offenbach auszurichten. Unsere Jugendwehr erwarb an diesem Tag mit zwei Gruppen die Leistungsspange.
Ab dem Jahr 1970 konnten Teile der Jugendwehr im gefahrloseren Bereich schon bei Hilfeleistungen eingesetzt werden. Im Jahre 1972 nahm die Jugendfeuerwehr an einem ausländischen Zeltlager in Biberwier (Österreich) teil.
Im Jahre 1987 konnte die Jugendfeuerwehr auf ihr 25jähriges Bestehen zurückblicken. Aus diesem Grund wurde im Hof des Gerätehauses ein Zelt aufgebaut. Darin fanden die akademische Feier und eine Disco statt. Das ganze Jahr über stellte sich die Jugendfeuerwehr in mehreren Veranstaltungen vor und versuchte auch, neue Mitglieder zu gewinnen.
Die erste Brandschutzerziehung in der Schule wurde eingeführt. Hier sollten die Kinder das richtige Verhalten im Brandfall erlernen und als Nebeneffekt hoffte man auch auf neue Mitglieder für unsere Jugendfeuerwehr.
2002 konnte unsere Jugendfeuerwehr ihr 40 jähriges Bestehen feiern. Im ersten Teil unserer Chronik wurde bereits herausgestellt, wie wichtig die Jugendarbeit für unsere Feuerwehr ist. So kommen heute fast 90 Prozent aller Mitglieder der Einsatzabteilung aus der Jugend. Wir danken hier allen Jugendfeuerwehrwarten der Feuerwehr Klein-Auheim für ihr Wirken. Es waren die Kameraden:
1962 bis 1967 Christoph Degenhardt
1967 bis 1969 Edgar Grün
1969 bis 1972 Werner Braun
1972 bis 1980 Horst Degenhardt
1980 bis 1981 Gerhard Heinzinger
1981 bis 1985 Jürgen Winter
1985 bis 1988 Stefan Heilmann
1988 bis 1994 Stefan Schönberg
1994 bis heute Peter Eckhardt
Die Jugendfeuerwehr feierte 2002 ihr vierzigstes Gründungsjahr mit einem Zeltlager am TSV–Sportplatz für mehr als hundert Teilnehmer befreundeter Jugendfeuerwehren und der THW-Jugend. Gaudi-Wettkämpfe, eine Nachtwanderung, Zeltdisco und viele weitere Aktivitäten rundeten das Programm ab, der offizielle Geburtstags-Festakt wurde mit einem Tag der offenen Tür verbunden.
Auf Grund der Eingliederung in die Stadt Hanau änderte sich die Führungsstruktur der Wehr Klein-Auheim. Von allen Stadtteilen wurden ein Stadtbrandinspektor und dessen Stellvertreter gewählt. Es wurde ein Entscheidungsgremium (Wehrführerausschuss) ins Leben gerufen, das die Belange und Tätigkeiten der Stadtteil-Wehren und des Magistrats koordiniert.
Um ein kameradschaftliches Vertrauen zwischen den Wehren zu fördern und sich besser kennen zu lernen, wurden folgende Veranstaltungen mit Begeisterung angenommen, sie sind zur Tradition geworden.
Fußball-Florianscup Wehr Wolfgang,
Hallen-Fußballturnier Wehr Großauheim,
Kegelturnier Wehr Hanau-Mitte,
Gaudi-Wettkampf Wehr Steinheim,
Volleyball-Turnier Wehr Klein-Auheim,
Skat-Turnier Wehr Klein-Auheim,
Wenn auch die Feuerwehr Klein-Auheim Teil der Stadtfeuerwehr ist, so behält sie doch uneingeschränkt ihr Vereins-Eigenleben.
Der bis dahin amtierende Wehrführer Gerhard Wolf wurde im Jahre 1976 zum 1. Vorsitzenden der Freiwilligen Feuerwehr gewählt, nach der Eingemeindung wurde er Oberbrandmeister. Der 1975 gewählte Stellvertreter, Helmut Mensching, musste sehr bald aus gesundheitlichen Gründen von diesem Amt zurücktreten. Kamerad Helmut Mensching war und ist aber immer noch ein wichtiges Mitglied des Vereins. An seine Stelle trat 1980 Horst Degenhardt.
Das 100jährige Jubiläumsfest mit dem Kreisfeuerwehrtag des Main-Kinzig-Kreises auf den Mainwiesen wird der Klein-Auheimer Feuerwehr als Höhepunkt in Erinnerung bleiben.
Es wurde eine Festschrift (100 Jahre Geschehnisse und Erinnerungen) erstellt. Eine neue Vereinsfahne wurde im Rahmen eines Jubiläums-Gottesdienstes von Pfarrer Walter Deutsch gesegnet. Im Anschluss an diesen Gottesdienst wurde auf dem Friedhof am Mahnmal durch Pfarrer D. von der Kammer der Verstorbenen gedacht.
Das Vier-Tage-Festprogramm beinhaltete:
Freitag 26.06.81 Eröffnung, Bieranstich durch OB Hans Martin
Bunter Abend mit Tony Marshall, anschließend Tanz
Samstag 27.06.81 Die Wehren aus Klein-Auheim und Hanau-Mitte demonstrierten ihre Einsatzfähigkeit.
Tanz im Festzelt mit der Festkapelle “Golden Line“
Sonntag 28.06.81 Delegierten-Tagung des Feuerwehrverbandes Main-Kinzig-Kreis
Festzug durch die Strassen Klein-Auheims –
13 Musikkapellen und 80 Abordnungen von Wehren mit insgesamt 4000 Personen bildeten einen
3,5 Kilometer langen Zug.
Tanz im Festzelt mit der Festkapelle “Amorada“
Montag 29.06.81 Frühschoppen mit Seniorenbetreuung,
Unterhaltung und Tanz
Festausklang mit dem Jugend-Musik-Korps der Stadt Bad Kissingen
Nachdem die Feuerwehr sich im Jahr 1981 hauptsächlich auf ihr Jubiläumsfest konzentriert hatte, konnte sie sich in den nächsten Jahren wieder ihren normalen Feuerwehraufgaben zuwenden. Dabei hatte sie mit einem enormen Wertewandel in der Gesellschaft zu kämpfen. Als Beispiel sei hier der damalige Stadtbrandinspektor Egon Zeiger zitiert, der sich in seinem Jahresbericht 1982 solchermaßen beklagte: „Wo früher der Bürger bei einer brennenden Mülltonne einen Eimer Wasser darauf schüttete, wählt er heute die 112 und wartet auf die Feuerwehr“.
Mit derartigen Problemen musste sich auch unsere Feuerwehr befassen. Der Mitgliederbestand der Einsatzabteilung und der Jugendfeuerwehr, bedingt wohl durch das Jubiläumsfest, stieg an. 1986 hatte die Jugendfeuerwehr 10 Mitglieder.
Mit Beendigung der Wahlperiode 1987 trat der langjährige Wehrführer Gerhard Wolf als Wehrführer und Vereinsvorsitzender aus Altersgründen nicht mehr an. An dieser Stelle sei ihm nochmals gedankt für die jahrelange Führung durch eine teils turbulente Zeit und seine gute Ausrichtung des 100jährigen Jubiläumsfestes. Zu seinem Nachfolger wurde Horst Degenhardt gewählt, der als stellvertretender Wehrführer schon acht Jahre dieses Amt bekleidete. Die Funktion des Stellvertreters übernahm Karlheinz Ladwig.
Das Jahr 1988 verzeichnete die meisten Großbrände nach dem Krieg in Klein-Auheim. Auch mehrere schwere Verkehrsunfälle ließen in diesem Jahr die Kameraden nicht zur Ruhe kommen.
Außerdem musste die Leistungsspangen-Abnahme der Jugendfeuerwehren für den Main-Kinzig-Kreis auf dem Sportgelände organisiert und durchgeführt werden. 34 Mannschaften traten zum Erwerb der Leistungsspange an.
Auch das Vergnügen kam für die Mitglieder der Einsatzabteilung nicht zu kurz. So konnten sie 1989 eine Drei-Tages-Fahrt nach Hamburg unternehmen. Sie besuchten neben dem berühmten Sankt Pauli mit der Reeperbahn natürlich auch die Feuerwehr Hamburg, die es sich nicht nehmen ließ, die obligatorische Hafenrundfahrt mit einem ihrer Feuerlöschboote durchzuführen.
Die Einsatzabteilung erhielt neue Einsatzkleidung, das so genannte „Frankfurter Modell“. Es gibt keinen Unterscheid mehr zwischen Einsatzuniform und 1. Garnitur. Dass diese Umstellung zweckmäßig war, beweist die Tatsache, dass diese Dienstkleidung noch heute getragen wird.
Als Ersatz für eine defekte Tragkraftspritze wurde eine neue TS 8/8 beschafft.
In diesem Jahr erhielt die Wehr auch ein neues Mannschaftstransportfahrzeug. Das Tanklöschfahrzeug TLF 8 des Katastrophenschutzes wurde durch einen Rüstwagen RW 1 ersetzt.
Das einsatzreiche Jahr 1988 zeigte auf, dass für die Einsatzleitung dringend ein Fahrzeug benötigt wurde. Im Jahr 1991 konnten wir diesen Einsatzleitwagen ELW 1 beschaffen. Möglich wurde dies durch einen Zuschuss der Stadt Hanau, Spenden Klein-Auheimer Betriebe und eine Restfinanzierung des Feuerwehrvereins.
Völlig überarbeitet und auf neueste gesetzliche Grundlagen gestellt wurde auch die Vereinssatzung, die in der Jahreshauptversammlung von allen Mitgliedern verabschiedet wurde.
Erhöhte Schlagkraft erreichte die Feuerwehr im Jahr 1992 durch die Beschaffung eines neuen Löschgruppenfahrzeuges LF 16/12. Es ersetzte ein mittlerweile 30 Jahre altes LF 16. Endlich wurden auf diesem Erstangriff-Fahrzeug alle benötigten Geräte sowohl für einen Brandeinsatz als auch für die technische Unfallhilfe mitgeführt. Der Gerätewagen GW, der bis zu diesem Zeitpunkt bei jeder technischen Hilfeleistung mit ausrücken musste, konnte nun für andere Transportaufgaben genutzt werden. Dieser Gerätewagen, der in den 70er Jahren für die technische Hilfe selbst von der Feuerwehr ausgebaut wurde, ist heute im Besitz des Feuerwehrvereins und wird als Oldtimer-Traditionsfahrzeug erhalten.
Neue Helme und die Einführung neuer Atemschutzgeräte in Überdrucktechnik verbesserten in diesem Jahr den Eigenschutz der Kameradinnen und Kameraden bei ihrer gefährlichen Arbeit. Das führte zu einer Änderung der Einsatztaktik bei Gebäudeeinsätzen.
Durch die Einführung neuer Feuerschutz-Überjacken konnte ein besserer Schutz für die Einsatzkräfte erreicht werden.
Zum ersten Mal führte die Feuerwehr Hanau ein Fahrer-Sicherheitstraining als Pilotprojekt durch. Auch Kameraden aus Klein-Auheim nahmen daran teil. Heute ist dies ein fester Bestandteil der Fahrerausbildung.
1995 fand ein Führungswechsel in der Leitung der Feuerwehren der Stadt Hanau statt. Kamerad Gerhardt Reichhardt wechselte zur Berufsfeuerwehr Frankfurt. Seine Nachfolge trat Kamerad Erich Geyer an.
Die Streichung der Bundesmittel beim Katastrophenschutz und der damit verbundene Abbau der Fahrzeuge veranlasste 1996 die Stadt Hanau, den bundeseigenen Rüstwagen RW 1 in städtischen Besitz zu übernehmen. Gerade bei größeren Hochwassern bewies er seine Geländegängigkeit.
Im Main-Kinzig-Kreis wurde der Gleichwellenfunk eingeführt. Die Notrufannahme, Alarmierung und Einsatzlenkung erfolgt seitdem von einer Zentralen Leitstelle aus. Die Leitstelle wurde zwar vom Kreis betrieben, befand sich jedoch in der Hauptfeuerwache in Hanau. Gleichzeitig wurde das Funkmeldesystem eingeführt. Hier konnten Routinemeldungen per Knopfdruck zur Leitstelle gemeldet werden. Die Datenverarbeitung wurde bei der Feuerwehr Hanau auf EDV umgestellt - von der Verwaltung bis zur Einsatzberichtsschreibung. Alle Gerätehäuser der Stadt wurden vernetzt. Dies alles war eine wesentliche Arbeitserleichterung, erforderte jedoch auch erhebliche Schulungen.
Der erste größere Ehrenabend seit dem 100jährigen Jubiläum fand 1996 statt.
Dabei wurden etliche Ehrungen und Beförderungen vorgenommen. Der Verein erhielt vom Finanzamt den Status „gemeinnützig“.
In der Jahreshauptversammlung 1997 trat der Stellvertretende Wehrführer und Vorsitzende, Kamerad Karlheinz Ladwig, zurück. Er hatte in Klein-Auheim das Volleyballturnier initiiert, es ist ein fester Bestanteil im Vereinsleben der Feuerwehr geworden. Noch heute organisiert er diese Veranstaltung. Weiterhin wirkt er bei der Brandschutzerziehung mit und betreut seit 1998 die ins Leben gerufene Notfallseelsorge im Bereich Hanau. Zu seinem Nachfolger wurde der damalige Stadt-Jugendfeuerwehrwart Stefan Heilmann gewählt.
Nur wenige Minuten war das Jahr 1999 alt, als die Feuerwehr Klein-Auheim zu einem Einsatz nach Hainstadt gerufen wurde. Ein Feuer in der Wendelinuskirche unterbrach die Silvesterfeiern der Feuerwehrfamilien. Insgesamt 250 Einsatzkräften gelang es, den Kirchenbau vor der völligen Vernichtung zu schützen.
Im Jahr 1999 löste die neue Verfügung HBKG (Hessisches Gesetz über den Brandschutz, die Allgemeine Hilfe und den Katastrophenschutz) das alte Brandschutzrecht aus dem Jahr1970 ab.
Es bewirkte Änderungen in der Feuerwehrsatzung der Stadt Hanau und hatte Auswirkungen auf die Arbeit der Freiwilligen Feuerwehr. Das Wahlrecht der Mitglieder zur Wahl des Leiters der Feuerwehr entfiel, der vom Magistrat eingesetzte Leiter der hauptberuflichen Kräfte wurde gleichzeitig Leiter aller Freiwilligen Feuerwehren der Stadt Hanau.
Um hier die Interessen der Freiwilligen Feuerwehrkräfte zu vertreten, wurde ein Sprecher in freier Funktion (nicht weisungsgebunden) eingeführt. Als erster Sprecher wurde in der gemeinsamen Jahreshauptversammlung 2000 Kamerad Gerhard Heinzinger gewählt.
Eine andere Auswirkung des Gesetzes löste bei uns keine Unruhe aus. Es handelt sich hierbei um die Einführung der Brandschutzerziehung, diese wird je nach Trägerschaft vom Landkreis oder der Kommune gewährleistet. Die Feuerwehren wirken dabei mit.
Seit jeher versuchen die Feuerwehren alles, um Gefahren gar nicht erst entstehen zu lassen und die Bürger aufzuklären und zu schulen.
Als fester Bestandteil der Feuerwehrarbeit wurde die Brandschutzerziehung seit 1985 von uns durchgeführt. Es kann von einer Vorreiterrolle, die wir schon übernommen hatten und die in Feuerwehrkreisen bekannt und anerkannt war, gesprochen werden.
An der Gewerbeschau des HGV (Handwerker & Gewerbe-Verein) nahmen wir in diesem Jahr erstmals teil. Außer der Präsentation der Fahrzeuge und der Darstellung der Feuerwehrarbeit wurde auch eine „Feuerwehrmodenschau“ durchgeführt. Mit über 20 verschiedenen speziellen Einsatzanzügen konnte die Feuerwehr bei ansprechender Musik und pyrotechnischen Effekten die Zuschauer begeistern.
Große Sorgen bereitete allen Gefahrenabwehrkräften die Millenniumsumstellung 1999/2000. Man befürchtete den elektronischen Gau. Dabei wurde klar, in wie vielen Geräten des täglichen Bedarfs die Mikroelektronik schon Einzug gehalten hatte. Unzählige Vorbereitungen wurden im Vorfeld zur Kompensation des erwarteten Ausfalles getroffen. Alle Feuerwachen im Stadtgebiet wurden besetzt, somit war in dieser Nacht großes Feiern in geselliger Runde für alle Sicherheitskräfte nicht möglich.
Es bestanden jahrelang große Schwierigkeiten bezüglich der Erweiterung des Gerätehauses. So fehlten Umkleideräume für Frauen und Männer, Büros für die Wehrführung und Räume für die Jugendfeuerwehr. Es sollte noch mindestens eine Fahrzeughalle erstellt werden, um dort den Unfallschutz zu verbessern. Der zu kleine Lehrsaal musste erweitert werden, die Ausfahrttore entsprachen nicht den neuen Vorschriften.
Durch den Magistrat wurde dieses Vorhaben in zwei Bauabschnitte aufgeteilt. Ein aufstockungsfähiger Anbau für Umkleideräume und Werkstatt wurde gebaut und im Obergeschoss wurden Büros und die Erweiterung der Nebenräume geplant. Alle Kameradinnen und Kameraden arbeiteten tatkräftig mit, um die Kosten im Rahmen des Budgets zu halten. Im Jahr 1990 konnten die Räume anlässlich eines “Tages der offenen Tür“ übergeben werden.
Eine kleine Episode am Rande sei hier erzählt: Es brannte infolge Unachtsamkeit einer Fremdfirma bei Schweißarbeiten an der Heizung im Keller. Die durch das Feuer im eigenen Haus stark eingeschränkt agierende Feuerwehr Klein-Auheim bekam Unterstützung und Hilfe von den hauptberuflichen Kräften und der Feuerwehr Steinheim. Es gelang, das Feuer relativ schnell in den Griff zu bekommen.
Ein neues Tanklöschfahrzeug TLF 16/25 ersetzte im Jahr 2000 das schon in die Jahre gekommene alte Tanklöschfahrzeug.
Die Forderungen der Aufstockung des neuen Anbaues, der sogenannte „Zweite Bauabschnitt“, zogen sich bis zum Jahr 2004 wie ein roter Faden durch die Jahresberichte des Wehrführers. In diesem Jahr 2004 wurde in der Studie eines unabhängigen Wirtschaftsprüfers die Notwendigkeit einer raschen Erweiterung des Feuerwehrhauses vorgeschlagen.
Die Zentrale Leitstelle Main-Kinzig verließ Hanau und zog in das neu geschaffene Gefahrenabwehrzentrum des Landkreises nach Gelnhausen. Dieser Schritt wurde von den Feuerwehren sehr bedauert. Man dachte dabei an die politisch avisierte Richtung der Kreisfreiheit Hanaus.
Das neue Fahrzeugkonzept für die Feuerwehren Hanaus wurde beschlossen und in den nächsten Jahren umgesetzt.
Steigende Mitgliederzahlen, insbesondere der stark gestiegene Frauenanteil, bewogen uns, im Jahr 2004 zu handeln. Da der weitere Ausbau „zweiter Bauabschnitt“ noch nicht absehbar war, bekamen wir seitens der Stadt die Zusage, die Umkleideräume zu erweitern. Dafür wurden die Werkstatt und Teile des Sanitärbereiches umgebaut, die gesamte Bauleistung wurde von den Kameradinnen und Kameraden erbracht.
Den Fuhrpark erneuerte man durch die Beschaffung eines Kommandowagens KdoW, der den Einsatzleitwagen ELW aus dem Jahr 1991 ersetzte.
Der Verein tätigte in diesem Jahr größere Anschaffungen und stellte sie der Einsatzabteilung zur Verfügung. So wurden für größere Einsätze ein Unterkunftscontainer auf einem Wechselboden sowie für die Ausbildung ein Beamer mit Laptop angeschafft.
Der nun schon ältere Mannschaftstransportwagen MTF wurde im Jahr 2003 durch ein neues Fahrzeug ersetzt. Das von der Stadt Hanau in Auftrag gegebene Gutachten zur Feuerwehr in Hanau wurde abgeschlossen. Die politisch Verantwortlichen erhielten Zahlen und Fakten nicht von der Feuerwehr, sondern von einem unabhängigen Wirtschaftsprüfer.
Neben der Bestätigung des Fahrzeugkonzeptes wurde die Notwendigkeit des weiteren Raumbedarfs für das Gerätehaus in Klein-Auheim festgestellt, ein für unsere Feuerwehr erfreuliches, aber auch erwartetes Ergebnis. Nach der Vorstellung im Magistrat und der Stadtverordnetenversammlung sind im Jahr 2004 Maßnahmen eingeleitet worden. So wurden zwei Fahrzeughallen, eine davon mit Waschhalle, neu errichtet. Die zu kleinen Hallentore am Gerätehaus wurden gegen größere ausgewechselt. Eine Werkstatt, ein Jugendraum und Büroräume für die Wehrführung wurden erstellt und der Unterrichtsraum durch eine Vergrößerung den Erfordernissen angepasst.
Die Vereinsversammlung berief einen Ausschuss zur Vorbereitung unseres 125jährigen Bestehens ein. Das Jubiläum fällt mit den Feiern „1200 Jahre Auheim“ zusammen und bedarf deshalb umfangreicher Vorbereitungen.
Mit dem Jahr 2005 und den letzten Vorbereitungen zum 125jährigen Jubiläum wechselte auch die Führung. In der Jahreshauptversammlung stellte der Wehrführer Horst Degenhardt sein Amt - wie bei seiner letzten Wiederwahl angekündigt - zur Verfügung.
Über 30 Jahre hinweg hat er in Führungspositionen der Feuerwehr, davon über 25 Jahre als Wehrführer oder Stellvertreter, das Bild der Feuerwehr Klein-Auheim mitgeprägt.
Als Nachfolger wurde sein Stellvertreter Stefan Heilmann gewählt. Neuer Stellvertretender Wehrführer wurde Kamerad Alexander Schweizer
In der Chronik zum 125jährigen Bestehen der Feuerwehr Klein-Auheim haben wir wichtige Ereignisse herausgestellt. Dabei wurde unsere Alltagsarbeit, die wir zum Schutz und Wohl der Bürger seit Jahren leisten, nicht betrachtet.
Der Stellenwert der Feuerwehr hat sich im Laufe der Zeit gewandelt. In den Gründerjahren tat sich die Obrigkeit in unserer Gemeinde noch schwer, in dem uniformierten Zusammenschluss von Bürgern zur Feuerwehr keinen Angriff auf staatliche Macht zu sehen. Heute ist die Feuerwehr ein wesentlicher Teil der kommunalen Gefahrenabwehr und selbst Teil dieser Verwaltung. Dass dies auch in einer größeren Stadt wie Hanau immer noch von freiwillig und ehrenamtlich tätigen Bürgern wahrgenommen wird, erfüllt uns mit Stolz. Auch Jahre der Gleichschaltung im Zweiten Weltkrieg konnten der Feuerwehridee nichts anhaben. Letzte Umfragen ergaben, dass 97 Prozent der Bevölkerung in die Feuerwehr das größte Vertrauen setzen. Nur wenige der befragten Bürger können sich eine funktionierende Gemeinschaft ohne Feuerwehr vorstellen.
Wir hoffen, dass sich auch in den nächsten Jahren genug Bürger für die Feuerwehrarbeit finden. Wir wünschen unseren Führungskräften immer eine geschickte Hand und ein offenes Ohr für neue Ideen, aber auch den Mut, alte Traditionen zu bewahren. Für uns selbst wünschen wir, unseren Bürgerinnen und Bürgern stets ausreichende Hilfe zu leisten und nach den Einsätzen gesund zu unseren Familien nach Hause zu kommen
Vereins-Events
Historien - Anlässe - Aktivitäten - Aktionen - Anekdoten aus dem Vereins- und Einsatzgeschehen, die uns alle geprägt haben und in unserer Erinnerung bleiben. Hier haben einige unserer Vereinsmitglieder ihre Erlebnisse und Eindrücke niedergeschrieben - manches fand bereits in der Chronik Erwähnung – kurzum:
Wir über uns
Wasserpumpen für den Schwarzbachsee, Alte Fasanerie:
Anfang der 70er Jahre trat Förster Wolfgang Heidrich mit einer Bitte an uns heran, ihm zu helfen. Das Biotop Schwarzbachsee in der Alten Fasanerie drohte wegen Wassermangel zu kippen. Das Projekt „Ansiedlung Fischreiher“ sowie der Bestand neuer Fischkulturen drohten zu scheitern.
Wir halfen ohne zu zögern - wir setzten eine Großübung an und pumpten über eine Langewegestrecke Wasser aus dem Tistrasee zum Schwarzbachsee, zwei Tage und zwei Nächte lang. Nach dem sichtbaren Erfolg unseres Einsatzes bedankte sich unser Förster für diese enorme Energieleistung mit einer Einladung in die Alte Fasanerie zum Wildsaugrillen. In den folgenden Jahren halfen wir - bei Bedarf - jederzeit.
Kinderweihnachtsfeier:
In den Jahren 1978 bis 1990 war der Nachwuchs in den Feuerwehrfamilien zu einer großen Rasselbande angewachsen. Der Vorstand beschloss damals, eine Kinderweihnachtsfeier auszurichten und stellte für kleine Sachgeschenke Mittel zur Verfügung. Die großen Augen unserer Kinder beim Anblick des Nikolaus möchten wir in unserer Erinnerung nicht missen.
Interschutz:
Alle fünf Jahre findet die Feuerwehrfachmesse „Interschutz“ statt. Jeder Interessierte will natürlich wissen, was es Neues auf dem Markt gibt. Außerdem lässt sich diese Veranstaltung hervorragend mit einem Ausflug verbinden. Das erste Mal wurde dies 1995 zur „Interschutz“ in Hannover realisiert. Da unsere jungen Wehrmänner zu wenig für eine Hotelübernachtung verdienten, wurde kurzerhand das Zelt der Jugendfeuerwehr eingepackt, und ab ging’s nach Hannover. In den drei Tagen auf dem Messegelände und im Zeltlager fanden wir eine begeisternde Atmosphäre, so dass es keine Frage war, 2000 nach Augsburg und 2005 wieder nach Hannover zur „Interschutz“ zu fahren. Die Stimmung und die Kameradschaft unter uns und mit Feuerwehren aus allen Teilen Deutschlands waren immer so gut, dass wir sicherlich auch 2010 zur nächsten „Interschutz“ nach Leipzig mit Zelt und Schlafsack fahren.
Fastnacht - Zugtruppe - Auftritte in den KG Sitzungen
Nach einer Anfrage des Karnevalvereins, ob wir uns mit Zugwagen und Fußgruppe am Umzug beteiligen würden, ließen sich die Narren in der Feuerwehr nicht mehr aufhalten. Sogar mit Vorträgen in den KG Sitzungen, die jedes Jahr unseren Ehrgeiz fordern, nehmen wir teil.
Gemütliches Beisammensein der Feuerwehrfrauen bei Kaffee und Kuchen.
Im Dezember 1978 trafen sich zum ersten Mal die Frauen, Bräute und Freundinnen der Altersabteilung und der Einsatzabteilung zu einem gemütlichen Beisammensein bei Kaffee und Kuchen im Feuerwehrhaus. An diesem schönen Nachmittag trennten sich die Frauen nicht, ohne sich für ein nächstes Mal zu verabreden. Zuerst wurde gebastelt und es wurden auch Handarbeiten angefertigt. Diese Arbeiten wurden der Tombola für die Weihnachtsfeier zur Verfügung gestellt.
Zum 100jährigen Bestehen unserer Feuerwehr stifteten die Frauen eine schöne geschnitzte St. Florian-Figur. In der Akademischen Feier ist diese Figur zur Freude aller Feuerwehrangehörigen übergeben worden. Seit dieser Zeit hat Sankt Florian einen festen Platz über dem Stammtisch im Feuerwehrhaus.
Anlässlich des großen Jubiläums hatten sich die Feuerwehrfrauen sehr engagiert, und waren uns eine große Hilfe. Wann immer die Feuerwehr ruft, sei es zum Waldfest oder sonstigen Festivitäten, setzen sich die Frauen selbstlos ein. Wir sind ihnen sehr dankbar.
Diese Treffen finden noch heute jeden Monat einmal statt.
Gedanken zum Waldfest
Stefan Heilmann erzählt: „Wenn man als Jugendlicher mit zwölf Jahren das erste Mal beim Waldfest Gläser spült, macht man sich keine Gedanken darüber, dass man irgendwann mal für alles verantwortlich ist. Man macht sich auch keine Gedanken, welche Arbeit seit Jahren geleistet wurde.
Ein paar Jahre später wurde ich das erst Mal in den Vorstand gewählt. Ich bekam die ersten Eindrücke von der Organisation des Waldfestes. Allein wie unser Kamerad Ernst Wolf damit beschäftigt war, alles zusammen zu halten und zu organisieren, forderte meinen Respekt.
Wieder vergehen ein paar Jahre, der Kamerad Wolf ist älter geworden und gibt die Waldfestorganisation ab. „Kein Problem“ denkt man, der Nachfolger ist in alles eingeweiht und übernimmt scheinbar reibungslos diesen Job. Immer noch ist alles weit von einem entfernt, doch die Jahre vergehen unaufhaltsam. Man hat etliche Lehrgänge besucht, ist mehr in die Vorstandsarbeit eingebunden und ist immer noch der Meinung „Alles kein Problem, was soll das ganze Gemeckere?“. Doch schleichend, unbemerkt, werden die Zügel immer mehr in meine Hände gelegt und ich stelle fest, dass doch alles nicht so reibungslos vonstatten geht, wie ich glaubte. Wer ist da zum Aufbau, wer besorgt dies und das, Verhandlungen mit dem und jenem - alles nicht so einfach.
Dann auf einmal verlässt uns der Wettergott - „ Regen“. Bisher war es nie ein Problem gewesen, es war, so lange man denken konnte, immer schönes Wetter. Doch dann ist Pfingstmontag 5.00 Uhr, es regnet wie aus Gießkannen! Mein Wehrführer und ich sind allein im Wald, hilflos stehen wir im Regen, unter unseren Schuhen 10 cm Wasser und überall Matsch. Kurzerhand entscheiden wir, wir lassen alles stehen und liegen und ziehen um auf die Feuerwache.
Nun geht der Stress los, Zelt und Küche aufbauen, die Brauerei umleiten, den Kellnern absagen, Veranstaltungshinweise im Radio berichtigen, „Retten, was zu retten ist“. Sogar der Pfarrer verkündet es von der Kanzel: „Das Waldfest findet im Feuerwehrhaus statt“.
Das Unmögliche geschieht - um 10.00 Uhr kommt die Sonne heraus, sie scheint, als hätte sie nie was anderes gemacht, und die Bevölkerung kommt. Sie kommt in Scharen, von nah und fern genauso wie im Wald. Alle Kameraden arbeiteten wie verrückt, das Fest war gerettet, alle waren begeistert. Manche waren der Meinung, dass alles vielleicht sogar besser war als im Wald, keine Probleme mit Strom oder Wasser - auf alle Fälle weniger Arbeit?
Dann stand das nächste Waldfest vor der Tür und die Wettervorhersage war eine Katastrophe. Am Abend vor dem Waldfest hatten wir Krisensitzung im Feuerwehrhaus. Der Beschluss lautete: Letztes Jahr ging alles doch prima, also dann kein Risiko, wir gehen wieder ins Feuerwehrhaus. Doch diesmal war der Erfolg nur mäßig, denn die Sonne war da, keine Spur von Regen. Und viele Gäste haben erwartet, dass im Wald die Post abgeht. „Ins Feuerwehrhaus ja, aber nur im Notfall“, das war der Tenor, der überall zu hören war.
Ein Jahr später – wieder Regen im Wald: Mit mitgebrachten Planen und unseren Tischen wurden von den Besuchern provisorische Zelte gebaut, und man feierte bis zum späten Nachmittag.
Mittlerweile war ich vom Gläserspüler zum Mitorganisator aufgestiegen. Die Frage „Aufbau von Zelten“ stand im Raum, man wollte dem schlechten Wetter ein Schnippchen schlagen. Bei der Vorstandssitzung wurde nach Ideen gesucht und es wurden welche gefunden. Irgendjemand wusste von einem runden Zelt im Olof-Palme-Haus, ein anderer von einem quadratischen beim Tiefbauamt. Beide Zelte wurden uns freundlicherweise ausgeliehen, aber der Auf und Abbau musste selbst gemacht werden, und außerdem sollten wir bei sonstigem Aufbau – wenn nötig - mithelfen. Das Problem „Zelt“ war also gelöst, aber was sagen die Vereinsmitglieder zu dieser Mehrbelastung, wie soll es transportiert werden, alles in allem viele offene Fragen. Es kam, wie es kommen musste. Bei der Jahreshauptversammlung gab es eine Riesendiskussion, die schließlich ergab, dass das nächste Waldfest nicht einen Tag, sondern zwei Tage dauert und dass Zelte aufgebaut werden. Das bedeutete aber jede Menge Mehrarbeit, wer sollte die ganzen Dienste machen? Kaffee und Kuchen sollten auch angeboten werden. Fest stand jedenfalls, dass das ohne Helfer anderer Vereine nicht mehr geht. So kam es, das wir anderen Vereinen unsere Hilfe bei deren Festen anboten und wir im Gegenzug deren Hilfe bei unserem Waldfest bekamen.
Die Umstellung auf zwei Tage hatte aber noch mehr Tücken, es musste eine attraktive Veranstaltung werden, damit auch Gäste angesprochen wurden. Nach langen Überlegungen wagte man, die Rockformation „Second Spring“ zu verpflichten. Ab 18.00 Uhr sollte im Wald die Rockmusik für Stimmung sorgen.
Zur Verwirklichung musste an vieles gedacht werden, es war ein 50 KVA Generator anzumieten, damit die Licht und Musikanlage versorgt wurde, ebenso mussten die Zelte, der Wurststand, die Toiletten, die Bar, die Hauptkasse und so weiter beleuchtet werden. Dazu wurden Unmengen von Kabeln und mehrere Baustellenverteiler benötigt, alles musste besorgt werden. Dabei konnten wir glücklicherweise auf die Hilfe des Karnevalvereins zurückgreifen.
An dieser Stelle möchten wir den Helfern aller Vereine unseren Dank aussprechen, denn ohne deren Hilfe wäre das Waldfest heute nicht mehr in dieser Form möglich.
In den vielen Jahren Waldfest gab es jedoch noch mehr Veränderungen, um die Attraktivität der Veranstaltung über die Jahre zu erhalten.
Früher waren zur Stärkung der Besucher Rinds- und Schweinewürstchen mit Brötchen ausreichend, die Blasmusik hatte eine Mini Anlage, zu deren Versorgung ein 5 KVA Generator schon zu groß war. Die Toiletten waren Holzhütten, unter die ein Loch gegraben war. Die Getränke wurden mit Stangeneis von der Brauerei gekühlt. Doch da Bratwurst und Leberkäse immer beliebter wurden, besorgte man vom Metzger einen Bräter.
Einige Jahre später musste aber wiederum reagiert werden, von den Holz- und später von den Blechtoiletten musste man Abschied nehmen, das war nicht mehr zeitgemäß und unsere Besucher waren nur mit Brat- und Rindswurst auch nicht mehr zufrieden. So kam es zur Anschaffung von Friteusen, um Pommes Frites anzubieten. In der Bar wurden nun Cocktails gemixt und für die Kleinen wurde ein Kiosk errichtet, in dem es neben den normalen Süßigkeiten auch Popkorn und Zuckerwatte gab.
Alles in allem hat auch das Waldfest, von 1952 bis heute, einen enormen Wandel erfahren. Meinen Kameraden, deren Lebensgefährten und allen, die mich seit Jahren bei der Organisation, beim Auf und Abbau und natürlich beim Festbetrieb tatkräftig unterstützen, sage ich Dank. Ich bin überzeugt, dass ohne unser Waldfest ein Stück Tradition und Eigenleben in unserem Stadtteil verloren gehen würde.“
Volleyballturnier
In der Erinnerung an die sportliche Ausgestaltung vieler Jugendfeuerwehr- Zeltlager entstand im November 1987 das heute weit über die Grenzen von Hanau bekannte Volleyballturnier der Freiwilligen Feuerwehr Hanau - Klein-Auheim. Teilnahmeberechtigt sind Berufs-, Werks-, Betriebs- und Freiwillige Feuerwehren. Die Spieler müssen in einer Einsatzabteilung aktiven Feuerwehrdienst leisten. Grundgedanke ist ein besseres, gegenseitiges Kennen lernen der aktiven Feuerwehrkameraden aus den einzelnen Stadtteilen der Stadt Hanau und den angrenzenden Gemeinden. Hintergrund war die Gebietsreform, sie hatte zwei selbstständige Städte und drei Gemeinden aus zwei Landkreisen mit der Stadt Hanau verschmolzen. Der Kontakt unter den Feuerwehren war, außerhalb der Einsätze, kaum gegeben. Ein Turnier mit Wettkampfcharakter konnte hier nur hilfreich sein. So stiftete der Feuerwehr-Stadtverband Hanau auch den ersten Wanderpokal für das Volleyballturnier. Sechs Mannschaften aus Hanau standen am Netz und gaben ihr Bestes. Es wurde so extrem gefightet, dass Muskelkater bei manchem Spieler danach normal war. Unfair ging es jedoch nie zu, im Gegenteil - Fairness wird heute noch groß geschrieben und mit einem besonderen Pokal belohnt. Das Volleyballturnier hat trotz sportlichen Ehrgeizes ein großes Stück dazu beigetragen, dass die Feuerwehren der Stadt Hanau, des angrenzenden Main-Kinzig-Kreises, des Kreises Offenbach und der näheren Umgebung ein Stück näher gerückt sind. Kameradschaft wird neben einer gesunden sportlichen Betätigung gepflegt. Viele Freundschaften sind im Laufe der Jahre entstanden. Die Hoffnung der Wehr ist, dass der Geist, der hier im Turnier herrscht, sich in den Köpfen aller Feuerwehrkameraden niederschlägt und ein Miteinander über Stadt und Kreisgrenzen hinaus weiterhin gepflegt wird. Unser Dank gilt all den Volleyball-Fans und Gönnern, die es ermöglichen, dass dieses in einer sportlichen geselligen Atmosphäre weiterhin stattfinden kann.
Skatturnier:
Bei einer der vielen Sonntags-Brandwachen der Stadt Hanau (früher von einer Stadtteilwehr und der Wehr Hanau-Mitte durchgeführt) wurde aus einer Skatlaune heraus das Skatturnier der Feuerwehrverbände der Stadt Hanau ins Leben gerufen. Die Skatfetischisten und Gründer Karl-Heinz Flögel, Walter Heck und Goswin Willig sammelten für einen Wanderpokal und legten fest: Wir spielen nach den deutschen Skatturnierregeln und der Gewinner muss das nächste Turnier ausrichten. Bei Gewinn des Pokals dreimal in Folge oder fünfmal insgesamt geht der Pokal in Vereinseigentum über und es muss ein neuer beschafft werden. Gespielt wurde in den letzten 26 Jahren 18mal in Klein-Auheim, viermal in Hanau-Mitte, dreimal in Mittelbuchen und einmal bei den Kameraden der Wehr Wolfgang.
Vatertag ( Himmelfahrtstag)
Stets man vom Muttertag nur hört - am Vatertag kein Aas sich stört –
Oh, lieber Herrgott, du dort droben - Du siehst ja, wie sie mit uns toben –
erleuchte unsern Klotz am Bein - der Vatertag soll unser sein –
„Vatertag“ ein heilig Wort.
Klamotte samme - nix wie fort!
Es ist Tradition der Kameraden unserer Wehr, an diesem Tag mit dem Fahrrad unterwegs zu sein. Das feste Ziel ist meist nur ein Geradeaus mit dem Hintergedanken, dort einzukehren, wo wir uns wohl fühlen und wo man uns mag.
Ganz besonders mögen uns die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Mühlheim bei ihrem Waldfest. Den Abschluss des Tages verbringen wir meist bei einem Kameraden mit Garten und Grill.
Blutspenden – DRK- Ortsgruppe Klein-Auheim.
Auch hier verhalten wir uns sehr traditionsbewusst. An den angesetzten Blutspende-Terminen beteiligen wir uns mit vielen Aktiven regelmäßig. Die erste gemeinsame Teilnahme war 1958.
Autorallye
Die erste Autorallye wurde von unserem Kameraden Thomas Grün durchgeführt. An dieser Rallye nahmen acht Teams teil. Unterwegs mussten insgesamt 21 Fragen beantwortet werden. Dabei waren Rechenaufgaben oder Kreuzworträtsel zu lösen, um das nächste Ziel zu erreichen. Die Strecke führte über Zellhausen, Babenhausen, Aschaffenburg, Schimborn, Mömbris, Niedersteinbach, Dörnsteinbach, Geiselbach, Linsengericht, Gelnhausen und Wolfgang zurück ins Feuerwehrhaus Klein-Auheim. An der Strecke waren vier Streckenkontrollen zu passieren. Hier mussten die Teilnehmer von einem alten Zylinderkopf die Zündkerzen herausschrauben, nach einer Laufstrecke neue markierte Zündkerzen holen und diese wieder in den Zylinderkopf einschrauben. Das Fahrzeug musste den Verkehrsvorschriften entsprechen und das Wissen der Fahrzeuglenker wurde mittels Fragebogen getestet. Alle teilnehmenden Fahrzeuge erhielten im Anschluss einen Pokal, wobei der erste Platz die nächste Rallye ausrichten sollte.
Kanufahrten:
Horst Hofmann und Gerhard Heinzinger inspirierten einige Kameraden zu einer Kanufahrt für fünf Tage auf der Fulda. Die Begeisterung für das abenteuerliche Ambiente mit dem Kanu, für die Natur sowie für die Lagerfeueratmosphäre war so groß, dass es immer mehr Interessenten gab. So verbrachten einige unserer Kameraden Kurzurlaube auf den Bächen und Flüssen Deutschlands. Wir befuhren die Kinzig dreimal, die Lahn, die Wiesent und die Altmühl jeweils zweimal und die Fränkische Saale einmal.
Erwerb eines alten Stromerzeugers und dessen Umbau
Eine Hanauer Firma musterte ihren Notstromgenerator aus, der für deren Zwecke nicht mehr ausreichend war. Dieser 20 KVA starke Generator, von einem VW Industriemotor angetrieben, wurde von einigen Kameraden auf eine alte Anhängerlafette montiert, mit einem Lichtmast versehen und bekam einen neuen Anstrich. Für die elektrischen Anschlüsse im 400 Voltbereich sorgte Kamerad Horst Degenhardt, für den Bereich Motortechnik schraubte Kamerad Stefan Heilmann. Die Generatorleistung ließ wegen Verschleißes nach einigen Jahren sehr nach. Der Stromerzeuger musste außer Dienst genommen werden.
Doch wie der Zufall manchmal so spielt, konnte ein paar Jahre später wieder ein gebrauchtes Gerät aus Vereinsmitteln erworben werden. Dieser Generator hat eine Leistung von 50 KVA und wird von einem 110 PS Schiffsdiesel angetrieben. Auch diesmal wurde eine Menge Eigenleistung eingebracht.
Als erstes wurde von Kamerad Thomas Ladwig ein Grundrahmen gebaut, auf dem der Generator befestigt wurde, dann wurde durch den Karosseriebaumeister W. Pless das Gerät mit einer Schallschutzhaube versehen. Für die Elektrik zeichnet wiederum Kamerad Horst Degenhardt verantwortlich. Dieser Generator soll auch im überörtlichen Einsatz Verwendung finden
Frauenpower!
Die Mädchen und Frauen begnügten sich nicht mit Kaffeeklatsch und Kuchen. Seit im Jahr 1981 die erste Frau in die Einsatzabteilung Klein-Auheim aufgenommen wurde, sind sie nicht mehr nur bei der Feuerwehr, sondern sogar mittendrin.
Zum 25jährigen Bestehen der Jugend wurde der nächste Schritt getan und das erste Mädchen in die Jugendfeuerwehr aufgenommen.
Seit dieser Zeit wurden nach und nach neue Herausforderungen bei der Wehr in Klein-Auheim auch von Frauen angenommen, ob es sich um Vorstandsposten handelte oder um die Wahrnehmung von Grund-, Truppführer-, Maschinisten-, Atemschutz- und Gruppenführer-Lehrgängen. Selbst der LKW Führerschein wurde erworben.
Die Frauen werden den Vorsprung, den sich die Männer „konkurrenzlos“ erarbeitet haben, auch bald aufholen. Mal sehen, was die Zukunft bringt. Einer sagt “wie schön“, der andere “wie schrecklich“, aber wie das so ist mit den Geschlechtern, man kann manchmal nicht mit, aber auch nicht ohne einander!
Vereine:
Wir legen ganz besonderen Wert darauf, Ortsvereine und befreundete Feuerwehren im Erreichen ihrer Ziele zu unterstützen. Wir helfen gerne mit Dienstleistungen oder Gerätschaften. Bei den Festlichkeiten aller Ortsvereine sind wir immer herzlich willkommen.
Wir engagieren uns,
- weil wir eine sichere, in Freiheit lebende, gesunde und zukunftsorientierte
Gesellschaft im Dienste der Menschheit mitgestalten wollen;
- weil wir gemeinsame Ziele für unser aller Wohlbefinden erreichen wollen;
- weil wir uns als Bürger fühlen, für die „ehrenamtlich“ zupacken heißt.



